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0. Vorbemerkungen

 

0.1. über diesen Text

Die Angaben und Hinweise in dieser Anleitung entstammen sowohl mehreren Texten zum Thema Rasur (siehe Kapitel 5.2. Quellen), persönlichen Erfahrungen des Autors der Website www.NassRasur.com sowie Berichten anderer Fans der Nassrasur. Für die Richtigkeit dieses Textes kann keine Gewähr übernommen werden und die Anwendung geschieht auf eigene Gefahr. Zudem wird ausdrücklich auf das Kapitel 0.5. Gefahrenhinweise aufmerksam gemacht.

 

0.2. verwendete Marken

Alle in diesem Text genannten Markennamen unterliegen den Rechten der entsprechenden Herstellerfirmen, auch wenn diese nicht gesondert gekennzeichnet sind. Die genannten Marken und Produkte stellen keine generelle Empfehlung dar. Wenn nicht anders beschrieben, beruhen sie auf persönlichen Erfahrungen und subjektiven Vorlieben des Autors, der damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Objektivität erhebt.

Bei der Größe des Angebotes fällt die Entscheidung für bestimmte Produkte neben ihrem Ruf oft auch in Abhängigkeit von Preis, Verfügbarkeit, Image oder reinem Zufall. Sind bestimmte Produkte seit langer Zeit bei den Nassrasierenden beliebt, so werden diese - soweit dem Autor bekannt - besonders als solche erwähnt. Trotzdem gilt auch hier das zuvor Gesagte und das eigene Ausprobieren und Vergleichen ist ausdrücklich empfohlen.

 

0.3. Geschichte der Rasur

Seit mehreren tausend Jahren entfernen (vorwiegend) Männer Ihr Gesichtshaar. Heute gehört das allmorgendliche Entfernen der Bartstoppeln für über 90% der Männer überall auf der Welt zur täglichen Aufgabe. Daneben werden Beine, Schädel, Achseln und andere Körperzonen von Menschen beiderlei Geschlechts enthaart.

Es ist nicht verwunderlich, daß diese alltägliche Aufgabe Gegenstand intensiver Entwicklung und ständiger Erfindungen und Neuerungen war und noch immer ist. Die historische Entwicklung der Haarentfernung von den primitiven Anfängen bis zu den modernen Nass- und Trockenrasierern ist in einem anderen Dokument (siehe "Die Geschichte der Rasur" !NOCH NICHT FERTIG!) behandelt.

 

0.4. Warum Nassrasur?

Wie schnell, sicher und komfortabel die Rasur mit einem Elektrorasierer auch immer sein mag, so wird von sehr vielen Menschen die Nassrasur wegen der überlegenen Gründlichkeit noch immer vorgezogen. Daneben schwören viele auf die positiven Auswirkungen des Peelingeffektes der Nassrasur auf die Gesichtshaut. Auch die Kopf- und Beinenthaarung sowie die Rasur vor Operationen sind fest in der Hand der Nassrasur. Vorteile gibt es auch manchmal auf Reisen (Siehe Kapitel 5.1. auf Reisen).

Mit der Erfindung des Gillette-Rasierers vor rund 100 Jahren begann die Erfolgsgeschichte der Sicherheitsrasierer. Sie waren zwar nicht gründlicher als das bewährte Rasiermesser, aber die Zeiten änderten sich und es wurde mehr Wert auf Geschwindigkeit und einfache Handhabung gelegt. In unserer Zeit hatten die aktuellsten Mehrfachklingen-Rasierer mit oder ohne Wechselkopf sowie billigste Wegwerfschaber die Rasiermesser schon fast vollständig verdrängt und auf nostalgische Sammelobjekten reduziert.

Aber plötzlich ist das Messer mit der sprichwörtlichen Schärfe und unübertroffenen Gründlichkeit wieder in und erfährt eine Renaissance. Zwar erfordert die Rasur mit dem Messer einige Übung und zwingt dazu, sich etwas mehr Zeit zu nehmen. Aber vielleicht ist es gerade deshalb in unserer schnellebigen Zeit für einigen Menschen wieder attraktiv - ein willkommenes Ritual ohne Eile und Hektik. Auch deshalb sollte die Messerrasur nicht zur täglichen Pflichtübung verkommen. Wenn man es eilig hat, benutzt man den Sicherheitsrasierer - an anderen Tagen (vielleicht am Wochenende) genießt man die ruhige und stilvolle Rasur mit dem Messer.

Die Nassrasur ist einfach gründlicher als die Elektrorasur - das bestreiten wohl nicht einmal die Vertreter der Trockenrasierer-Fraktion. Die Klinge des Nassrasierers/Rasiermessers schneidet das Haar direkt an der Hautoberfläche ab, die Messer des Elektrorasiers sind von dieser Oberfläche aber immer durch eine (wenngleich dünne) Schutzvorrichtung (Scherfolie o.ä.) getrennt. Zudem wird das Haar bei der Nassrasur vorher mit warmem Wasser und alkalischem Schaum dazu gebracht, sich aus dem Haarkanal hervorzuschieben. Das merkt man ganz deutlich, wenn man nach der Nassrasur beim Abspülen mit warmem Wasser die Haarspitzen noch ganz leicht fühlt - nach dem kalten "Abschrecken" aber nicht mehr. Für den Elektrorasierer muß das Haar und die Haut aber trocken sein (sonst ziept und hakt es fürchterlich), und der Tiefengewinn durch das Hervorschieben unterbleibt. Die Summe dieser beiden Effekte sowie die geringere Auflagefläche des Nassrasierers (bessere Konturenanpassung) machen Welten aus. Eine gute Nassrasur hält spielend bis zum nächsten Morgen - von abendlichem Bartschatten keine Spur!

 

0.5. Gefahrenhinweise

Dieser Text wurde mit größter Sorgfalt erstellt und deckt sich in den wesentlichen Hinweisen mit der einschlägigen Literatur und der persönlicher Erfahrung des Autors. Trotzdem sind Fehler nicht auszuschließen und die Anwendung geschieht auf eigene Gefahr. Basis jeder Handlung sollte der gesunde Menschenverstand sein. Um es ganz deutlich zu sagen: Rasierklingen und besonders Rasiermesser sind extrem scharf - ihre Verwendung erfordert Umsicht und sie sollten so verwahrt werden, daß sie niemals in Kinderhände gelangen können (das gilt auch für das Wegwerfen "stumpfer" Klingen)!

Auf der anderen Seite soll an dieser Stelle auch ein wenig Ehrenrettung betrieben werden. Die durch blutrünstige Bücher und Filme etablierte Rolle als ideales Mordwerkzeug gehört eindeutig in den Bereich Fiktion. Ein Rasiermesser ist optimiert auf das Durchtrennen dünner und aufgeweichter Haare - aufgrund der Griffkonstruktion und der Klingengeometrie ist es als Waffe denkbar ungeeignet. Was ausdrücklich nicht heißt, daß man sich damit nicht böse schneiden kann! Ein schlechter Ruf ist jedoch völlig unbegründet.

Trotz des Namens Sicherheitsrasierer (engl.: safety razor) sind auch bei dessen Verwendung nicht nur Hautirritationen (Rötungen, sog. Rasierbrand) sondern auch kleine Schnitte oder (bei übermäßigem Aufdrücken) sogar tiefere Abschälungen möglich. Der Sicherheitsrasierer eliminiert lediglich einen der drei Kapitalfehler, nämlich das zu steile oder zu flache Aufsetzen der Klinge auf die Haut. Dieser Winkel zwischen der Klingenfläche(n) und der Hautoberfläche ist durch die Konstruktion des Sicherheitsrasierers fest vorgegeben. Nähere Informationen zum Anstellwinkel finden sich im Kapitel 3. Rasur (!NOCH NICHT FERTIG!).

Ein weiterer häufiger Fehler ist eine falsche Richtung der Klingenführung. Weder Rasiermesser noch der Kopf eines Sicherheitsrasierers dürfen seitlich, d.h. schneidend in Richtung der Schneidekante, über die Haut bewegt werden. Auch bei geringstem Druck entsteht bei der hohen Schärfe sofort ein Schnitt! Die Klinge (jeder Art) muß möglichst exakt im rechtem Winkel zur Schneide über die Haut geschabt werden. Im Gegensatz zum Anstellwinkel (vorheriger Absatz) ist hier der Winkel der Messerbewegung zur Klingenschneide gemeint. Dies wird noch im Kapitel 3. Rasur (!NOCH NICHT FERTIG!) durch Zeichnungen illustriert.

Der dritte und vermutlich verbreitetste Fehler ist ein zu starkes Aufdrücken des Rasierers oder Messers auf die Haut. Durch die (man kann es nicht oft genug wiederholen) extreme Schärfe schneiden die Klingen schon bei geringstem Druck. Daher: ein Druck entsprechend dem Gewicht des Messers oder des Rasierers sollte ausreichen. Äußerste Umsicht ist angeraten, wenn die Haut Unebenheiten (Pickel, Leberflecken, Narben etc.) aufweist. Gefühl! Eine scharfe Klinge schneidet die Haare ohne Widerstand direkt an der Haut ab - es besteht überhaupt kein Grund, die Klinge gegen die Haut zu drücken.

Aus diesem Grund sollte auch das Messer immer perfekt scharf sein bzw. die Rasierklingen, Wechselköpfe oder Wegwerf-Rasierer so rechtzeitig gewechselt werden, daß die Schärfe nicht merklich nachlässt. Eine stumpfe Klinge verleitet wieder zum stärkeren Aufdrücken und die Aufmerksamkeit läßt durch sinkenden Respekt vor der Schärfe gefährlich nach. Der Richtspruch "Nur ein scharfes Messer ist ein sicheres Messer - man weiß um seine Schärfe und respektiert es!" für herkömmliche Messer gilt völlig analog auch für Rasierer und Rasiermesser.

Weitere Hinweise zur Schonung der Haut finden sich in den Kapiteln 2.2. Vorbereitung - Haut und Bart und 3. Rasur (!NOCH NICHT FERTIG!).

 

0.6. Gewöhnung der Haut

Hat man sich bisher nur elektrisch rasiert oder gar einen Bart getragen, kann es beim Umstieg auf die Nassrasur anfangs zu Hautirritationen (Rötungen) kommen, bis sich die Haut an die Nassrasur und das damit verbundene (positive) Peeling ihrer Hornschicht gewöhnt hat. Die ungewohnte Umstellung von Bart oder Elektrorasierer auf Nassrasur irritiert die Haut anfangs ebenso, wie sie sich bei einer Umstellung von Bart oder Nassrasur auf Elektrorasierer anfangs umstellen muß.

Wohl gemerkt: wir reden von der äußersten Hornschicht, die sich überall auf unserer Haut durch das Absterben der ständig nachwachsenden Hautzellen bildet - nicht vom Reizen der Haut durch zu starkes Aufdrücken (siehe vorheriges Kapitel)! Rühren eventuelle Rötungen nur von dieser Umstellung her, sollten sie nach ca. 2-3 Wochen (je nach Hauttyp) verschwinden.

Eitle Menschen oder solche mit Repräsentationsfunktion möchten eine solche Umstellung vielleicht vorsichtshalber in einen Urlaub verschieben. Wer eine sehr empfindliche Haut hat und/oder zu einwachsenden Haaren neigt, der kann kleine Pickelchen bekommen. Verschwinden diese nicht im Laufe der Gewöhnungszeit, sollte man den Hautarzt um Rat fragen. Nur sehr wenige Menschen sind für die Nassrasur "ungeeignet" und müssen beim Bart oder Elektrorasierer bleiben.

Wer das Messer verwenden möchte und bisher noch gar nicht nass rasiert hat, der erleichtert sich den Umstieg, in dem er die ersten 2-3 Wochen nur den Sicherheitsrasierer verwendet und schon einmal die sanfte Rasur übt. Das ist doch etwas einfacher als das Messer und man bekommt schon einmal ein Gefühl für, mit wie wenig Druck es geht und gewöhnt sich an die "Rasierstrecke". Benutzt man dann später das Messer, sind es jetzt nicht mehr ganz so viele neue Dinge, an die man denken muß.


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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 06.09.2002
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